Über Confabulator Nocturnus
„Er spricht da von Menschen, die er als confabulatores nocturni bezeichnet: Nächtliche Gestalten, die Geschichten vortragen, Menschen, deren Beschäftigung es ist, nächtens Geschichten zu erzählen. Und er führt eine alte persische Quelle an, die berichtet, der erste, der sich solche Geschichten aufsagen ließ, der solche Nachtmenschen um sich scharte, auf dass sie Geschichten erzählten, die ihm die Schlaflosigkeit verscheuchen sollten, sei Alexander von Makedonien gewesen.“
Jorge Luis Borges: Las mil y una noches
In diesen Podcasts wird viel über Philosophisches geredet, ohne dass viel Philosophisches gesagt werden würde. Die Grundgedanken zu den Texten sind, in der schönen Formulierung von Charles Sander Peirce, ‚ideas stray or stolen‘. Ich habe sie welterklärenden philosophischen Werken entnommen, natürlich, aber auch aus glücklichen Pointen studentischer Arbeiten gezogen, aus frappierenden Formulierungen bei Borges, den erstaunlichen Ergebnissen von orthographisch unachtsamen Google-Suchen, den Kuriositätensammlungen spätantiker Plauderschriften, der Patristik des Neomarxismus, geistreichen Bonmots im Kollegenkreis, verstaubten Lexika, den Glitches der Moderne und den Epen Homers.
Die meisten Podcasts sind ohne Bezug auf die jeweils anderen zu verstehen. Wo dem ausnahmsweise einmal nicht so ist, wird in der Beschreibung kurz darauf hingewiesen, was man zuvor angehört haben sollte.
Jeden zweiten Donnerstag gibt es eine neue Folge bei Confabulator Nocturnus.
